Kunst des Erzählens - Ein Reisebericht ⎜2020

Workshop von Özgür Erkök und Fiona Kelly mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR² (Jahrgangsstufen 9 und 10), begleitet durch die Lehrer Simon Klippert und Tobias Nolte. Projekttage, Herbst 2020.

Klagemauer, Jerusalem, Winter 2019

Mit dem Schuljahr 2018/19 startete der Projektkurs „Naher Osten“ an der Gemeinschaftsschule auf dem Camus Rütli - CR² . Konzipiert wurde er mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA) unter Mitwirkung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Kern des zwei Jahre dauernden Kurses im Wahlpflichtbereich der 9. und 10. Klassen ist es, ein Verständnis zur Lage im Nahen Osten zu vermitteln. Dafür wurde ein Curriculum ausgearbeitet, das wöchentlich unter Mitwirkung von durch die KIgA ausgebildeten Peers gestaltet wird. Teil des Kurses sind Projekttage sowie eine Reise nach Israel und in die palästinensischen Gebiete.

Schülerinnen und Schüler dieses Projektkurses laden die Künstler*innen Özgür Erkök und Fiona Kelly ein, um mit ihnen dokumentarische Materialien ihrer Reise zu verarbeiten. Sie wollen das Gelernte und Erlebte auf eine kreative Art für Außenstehende erfahrbar machen. Geplant ist eine Ausstellung auf dem Campus Rütli - CR² im Rahmen des Festivals 48 Stunden Neukölln (Juni 2020).

Welche Geschichten sind der Wahrheit treu? Welche Wahrheit gestalten wir? Was macht eine Geschichte zu einer „künstlichen“ Erzählung? Welche Geschichten wollen wir hinterlassen? Welche Arten von Geschichten eignen sich für eine Ausstellung, ein Fest, die Familie, für Websites, Freunde? Welche künstlerischen Mittel können wir benutzen? Wie verändert sich eine Geschichte, wenn man mittels Textzeichen, Bildern oder mit „Cartoonesken“ Figuren und Schreibarten erzählt? Welche anderen Formen von „Text“ können wir noch anwenden?

Ausgehend von den Geschichten der Jugendlichen, wird in diesem Workshop die Kunst des Erzählens erforscht. Fragen nach Perspektiven, Geschichtenentstehung und -aufbau formen dabei die Basis. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern neue Kommunikationsarten zu vermitteln und sie zu motivieren diese bewusst anzuwenden.  

Özgür Erkök

Özgür Erkök (geb. 1981 in Ankara, TR) arbeitet als bildender Künstler, Musiker, Performer, Bühnen- und Kostümbildner. Er studierte bildende Kunst, Musik, Grafik-Design und Design in Istanbul. Erkök arbeitet oft in Kollektiven, u.a. als Teil der Künstler*innen Gruppe Ha Za Vu Zu oder des Bühnenkollektivs Rampen Fau. Er arbeitet regelmäßig im Young Arts Neukölln, wo er Comic und Manga Workshops für Jugendliche leitet.

Fiona Kelly

Fiona Kelly (geb. 1983 in Meerhout, BE) hat ihr Theater-, Anglistik- und Germanistikstudium in Antwerpen mit einer Masterarbeit über Rhythmus abgeschlossen. Seit 2009 kreiert sie Theater-/Performances auf und jenseits von Bühnen und entwickelt Kinder- und Jugendprojekte und Kurse in Berlin, Brasilien und Belgien. In ihrer künstlerischen Forschung stehen die De- und Rekonstruktion von „Kommunikationssystemen“ im Zentrum mit dem Ziel jene kommunikativen Konstrukte aufzulösen, die erfunden und als kulturelle Konventionen vorausgesetzt werden. Durch ihre Performances erstellt sie Geschichten mit all jenen Elementen, die gerade in dem Moment zur Verfügung stehen. Dabei vermischen sich Realitäten, Legenden, Illusionen und globale Fragen. Sie arbeitet mit verschiedenen lokalen Gruppen und meist im öffentlichen Raum, um ein oft zufälliges Publikum mit unerwarteten Erscheinungen und Handlungen zu konfrontieren. Ihr grundlegendes Werkzeug dabei ist die Improvisation. 2013 gründete sie das freie Musiktheaterkollektiv KILOFON, bestehend aus einer Kerngruppe und freien Mitgliedern, die aus den Bereichen Theater, Theaterpädagogik, Musik und Performance und den visuellen Künsten kommen. Die Schwerpunkte der Gruppe liegen im Bereich des musikalischen Theaters und des Objekttheaters für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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