Ton Jungle⎜2015

Workshop vom Berliner Duo Birgt Auf der Lauer & Caspar Pauli mit Schülerinnen und Schülern der Kunstwerkstatt der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR² (JüL 4-6), begleitet durch die Kunstpädagogin Susanne Wendler. Laufzeit: Februar bis Juli 2016.

Zwischen Februar und Juni 2016 drehte sich im Ton Jungle alles um das Erforschen, Beobachten, Sammeln und Transformieren verschiedener Spezies der „Alltagsflora“. Als Teil des urbanen Lebens bevölkern Pflanzen zu Hunderten Bordsteinkanten, Tapeten, T-Shirts, Parks, Stickeralben, Moscheen und Teppiche. Pflanzen sind wie Faszien unserer Muskeln: Sie bilden Korridore und Brücken, bringen Menschen zusammen und sorgen für gute Laune oder gutes Klima.

Etwa 40 Schülerinnen und Schüler des gebundenen Ganztags haben jeden Mittwoch und Freitag im Rahmen der Kunstwerkstatt an diesem Projekt gearbeitet. Sie haben Pflanzen im Museum für Naturkunde unter dem Mikroskop betrachtet, sich florale Ornamente an Architekturen angesehen und Pflanzen im Botanischen Garten erkundet. Parallel wurden die zahlreichen auf den Exkursionen gesammelten Eindrücke im Kunstkeller der Schule mit den Händen knetend in Tonfiguren verwandelt. Die Tonobjekte wurden dann gemeinsam in der Kunstwerkstatt der Gemeinschaftsschule gebrannt.

Der entstandene Dschungel aus Ton wurde vom 4. bis zum 15. Juli 2016 in der Temporären Galerie öffentlich ausgestellt und von den teilnehmenden Schülerinnen und Schüler vermittelt.

Programm

04. Juli 2016, 13 Uhr Eröffnung der Ausstellung mit dem Schulensemble der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - CR².

06. Juli 2016, 09, 10, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung von den jungen Künstlerinnen und Künstlern für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

13. Juli 2016, 16 Uhr Öffentliche Führung durch die Ausstellung der jungen Künstlerinnen und Künstler.

15. Juli 2016, 09, 10, 11 Uhr Führung durch die Ausstellung von den jungen Künstlerinnen und Künstlern für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

GEISTERPFLANZE Die Geisterpflanze ist in den 1950er Jahren im Sumpf entstanden. Ein Geist war damals in einem Samen eingesperrt und irgendwann konnte der Geist sich befreien. Danach konnte die Pflanze richtig wachsen. Deswegen hat sie aber auch eine andere Form als normale Pflanzen. Was die Pflanze kann ist Stacheln schießen und durch Wände gehen. Die Pflanze braucht zum Leben ihre Stacheln, Schatten und Musik. Wie vermehrt sie sich? Wenn ein Stachel von der Pflanze abfällt, wächst aus ihm einen neue Pflanze. Ihre Feinde sind Schwiegermutterkissen und die Freunde heißen Vampirpflanzen.

SCHWIEGERMUTTERSESSEL Vor etwa 40 Millionen Jahren entstand der Schwiegermuttersessel indem ein Fussball aus Erde in ein Kakteenfeld fiel. Seit dem versetzt er Schwiegermütter in Angst und Schrecken. Seit einiger Zeit leben auch welche in der Großstadt. Sie brauchen zum Überleben Coca Cola und natürlich Schwiegermutterfleisch. Er vermehrt sich in dem er Stacheln abschmeißt, aus denen dann kleine Babykakteen entstehen. Seine Feine sind die Schwiegermütter und seine Freunde sind die armen Kinder der Schwiegermütter.

VERSTEINERTES BLATT Das versteinerte Blatt entstand vor 10 Millionen Jahren. Das versteinerte Blatt wurde früher als Frisbee benutzt und ist dabei in Blätter hineingefallen. Dadurch ist ein Abdruck entstanden. Seine Eigenschaften sind: Es will immer hübsch sein, es kann fliegen und sich auch durchsichtig machen. Zum Überleben braucht es Steine, Müll und Gestank. Vermehren kann es sich nicht, denn es ist versteinert. Seine Feinde sind Menschen mit Hämmern und seine Freunde sind die Archäologen.

WURFSTERNPFLANZE Die Wurfsternpflanze entstand vor 3.000 Jahren. Ein Mädchen spazierte in der Wüste und fand eine Scheibe die Zacken und Löcher hatte. Sie nahm sie mit in den Dschungel. Weil sie die Pflanze als erstes entdeckt hatte nannte sie sie Wurfsternpflanze. Wenn man die Pflanze wirft fängt sie an zu fliegen. Sie kann beim Fliegen auch Dinge in der Mitte durchschneiden. Die Pflanze braucht Wind und Licht um zu überleben, aber sie macht auch Sport um fliegen zu können. Sie kann sich in mehrere Wurfsternpflanzen teilen. Sie hat Freunde und auch Feinde. Die Freunde sind Sonne und Wüste, ihre Feinde sind der Mond und das Wasser.

Birgit Auf der Lauer & Caspar Pauli

Birgit Auf der Lauer (geb. 1981 in Deva, RO) und Caspar Pauli (geb. 1984 in Köln, DE) leben und arbeiten in Berlin-Neukölln. Das Studium der Malerei, der Performance Kunst, des Bühnenbilds und Film an Kunstakademien in Deutschland und Großbritannien prägt ihre gemeinsame Arbeit seit 2010. Mit ihren Projekten und Werken loten sie Disziplinen, Fähigkeiten und ihre Grenzen immer wieder neu aus. Ein wichtiger Moment ist die Auseinandersetzung mit Menschen aus Kunst, Architektur/Stadtplanung, Geschichte, Sozial- und Naturwissenschaft. Langfristige künstlerische Recherchen münden in Installationen, Zeichnungen und/oder Performances.

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