Wortgebilde in Bewegung⎜2021

Workshop von Heidrun Schramm und Nicolas Wiese mit Schüler*innen der Theodor-Storm-Schule (JüL 1-2), begleitet durch die Lehrer*innen Katharina Geiger und Jochen Hesch. Projektwoche: Mai 2021.

Ausgehend von einem selbst gewählten Wort oder einem Schriftzug entwickelten 19 Schüler*innen der Theodor-Storm-Grundschule zusammen mit Heidrun Schramm und Nicolas Wiese, ihrer Klassenlehrerin Katharina Geiger und ihrem Musiklehrer Jochen Hesch kurze Trickfilme zum Thema „Freundschaft“. Ihr künstlerisches Material dafür waren die eigene Handschrift, die acht unterschiedlichen Muttersprachen die in der Lerngruppe gesprochen werden, eigene Zeichnungen und Tonaufnahmen.

Durch einen spielerischen Umgang mit Schrift und Wort-Bildern bot dieser multimediale Workshop den Schüler*innen einen anderen Zugang zu Sprache und zum Schreiben. Die kreative Arbeit mit der eignen Handschrift war in besonderer Weise für jene Kinder motivierend, die bisher Scheu vom Schreiben hatten. Aber auch für alle Anderen kann das Schreiben mit besonderen Stiften oder in Aktion auf großen Formaten die Schreibmotorik verfeinern, die für eine lockere Handschrift wichtig ist.

Die gemeinsamen Woche begann mit einer Worte-Sammlung zum Thema „Freundschaft“. Dabei floß die Vielsprachigkeit der Gruppe in den Prozess ein. Auf dieser Grundlage wurden Schriftbilder gestaltet und Wortgebilde zu bildlichen Motiven ausgearbeitet. Figuren wurden mit besonderen Materialien, wie Lego-Steinen, oder mithilfe anderer geometrischer Formen konstruiert. Die ausgeschnittenen Wortgebilde und Figuren wurden dann Schritt für Schritt fotografiert, um eine Bewegung filmisch darstellen zu können - ein ganz besonderes Erlebnis, wenn sich selbst gestaltete Buchstaben und Figuren bewegen und Ideen zu Geschichten werden. Bis zum Ende des Workshops wurden so Motive für neue Filmsequenzen gestaltet. Parallel wurden Geräusche, gesprochene Texte und Musik für die Vertonung der kurzen Filme mit Audiorecordern aufgenommen.

Die individuellen Filmergebnisse zu einem Film geschnitten zu sehen begeisterte die Kinder so sehr, dass sie sich gewünscht haben ihre Eltern zu einer Präsentation in die Schule einzuladen. Sie fand Ende des Schuljahres statt. Da Heidrun Schramm und Nicolas Wiese mit einfach zugänglicher Technik gearbeitet haben, können und wollen die Kinder auch nach dem Workshop neue Filmideen umsetzen. Wir sind gespannt was noch entstehen wird!

Heidrun Schramm

Heidrun Schramm (geb. 1966 in Uelzen, DE) ist Geräuschesammlerin, Klangkünstlerin und Komponistin. Sie lebt und arbeitet in Berlin-Neukölln. Schramm studierte Sound Studies an der Universität der Künste Berlin. In ihrer Arbeit verbindet sie Musik, Klang- und Videokunst. Dabei entstehen Mischformen aus Performance, akusmatischer Aufführung und Installation. Sie komponiert konzeptuelle elektroakustische Musik für Multikanal-Lautsprechersysteme unter Verwendung von Aufnahmen akustischer Musikinstrumente, Stimmen, Objektgeräuschen und Field Recordings. Alltag, Kontext, Poesie und Raum sind wichtige Faktoren für ihre Arbeiten. Diese präsentiert sie international auf Festivals, in Konzerten und Galerien. Seit 2010 lehrt sie an Hochschulen, zuerst an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und seit 2013 an der Universität der Künste Berlin. Künstlerische Workshops an Berliner Schulen leitet sie seit 2011.

Nicolas Wiese

Nicolas Wiese (geb. 1976 in Itzehoe, DE) ist Video- und Klangkünstler, Grafikdesigner und experimenteller Musiker. Er lebt und arbeitet in Berlin-Neukölln. Wiese studierte Philosophie und Soziologie an der Universität Hamburg, Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Sound Studies an der Universität der Künste Berlin. Er entwickelt Arbeiten in unterschiedlichen Medien und Formaten, Installationen und raumbezogene Aufführungen, elektroakustische Kompositionen, improvisierte Musik, grafische Kunst, Radio-Hörstücke und Experimentalfilme. Wiese hat seine Arbeiten auf Festivals, in Konzerthäusern, Galerien und Museen national und international ausgestellt und präsentiert. Seit 2014 leitet er – in wechselnden Teams und auch allein – regelmäßig Workshops für Jugendliche und Erwachsene.

 

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