Schule im Wald

Schule im Wald ist ein Patenförsterprojekt, das sich an Kinder richtet, die in sozialen Brennpunkten leben und zur Schule gehen. Berlin ist eine grüne Stadt. Ein Fünftel der Landesfläche ist Wald – eine gute Voraussetzung, diesen Lebensraum Kindern näher zu bringen. In sozialen Brennpunkten fehlt es den Familien allerdings oft am Zugang zum Wald. Kinder verlassen selten ihre gewohnte Umgebung, leben und lernen im Kiez, der ihnen vertraut ist. Die Chance von Schule im Wald ist es, die Kinder im Rahmen der regulären Schulzeit in den Wald zu holen.

Die Klassen, die bei Schule im Wald mitmachen, kommen ein Jahr lang einmal im Monat mit ihrer Klassenlehrerin, ihrem Klassenlehrer in den Grünauer Forst. Dort werden sie von zwei Waldpädagoginnen, Waldpädagogen begleitet und dazu angeregt, den Wald zu fühlen, zu riechen und genau zu betrachten: welche Tiere leben hier, welche Pflanzen wachsen und blühen im Wald, die es in der Stadt nicht gibt? Für die meisten Kinder sind dies die ersten Begegnungen mit einem Wald und seinen vielen Bewohnerinnen und Bewohnern. Im Wald können sich die Kinder frei bewegen, durchatmen und zur Ruhe kommen.

Jede Klasse such sich einen Platz im Wald, baut sich dort aus Ästen ein Waldsofa und sucht sich einen Namen für ihr kleines Klassenzimmer in der Natur. Jeder Waldtag beginnt mit einem gemeinsam Frühstück auf diesem Waldsofa. Nach dem Frühstück strömen die Kinder erst einmal aus und suchen nach Spuren von Tieren und nach Pflanzen, Pilzen, Beeren oder Gewässern. Im Anschluss regen die Waldpädagoginnen, Waldpädagogen die Klasse an, sich mit einem bestimmten Thema auseinander zu setzen. Welche Kriechtiere findet ihr? Welche Geräusche könnt ihr wahrnehmen oder wie fühlt sich der Wald barfuß und mit verbundenen Augen an? Nach fünf Stunden im Wald kehrt die Klasse zurück in die Stadt und freut sich auf den nächsten Ausflug in die Natur.

In Nord-Neukölln nehmen seit 2007 drei Grundschulen an Schule im Wald teil. Die Waldtage sind fest in den Schulalltag integriert und die Themen werden im Unterricht vor- und nachbereitet. In ihren Waldtagebüchern halten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke fest und die Themen werden fächerübergreifend besprochen.

Im Frühjahr 2015 ging die Trägerschaft des Lokalen Bildungsverbundes Reuterkiez vom Quartiersmanagement an die Pädagogische Werkstatt über. In ersten gemeinsamen Gesprächen nannten die beteiligten Schulen die Weiterfinanzierung von Schule im Wald als große Herausforderung und baten um Unterstützung. Um die Grundschulen bei der Finanzierung zu unterstützen, wurde eine Crowdfunding Kampagne gestartet. Im Rahmen der Aktion Nachwuchshelden der Deutschen Kreditbank haben innerhalb von 35 Tagen 69 Personen durch große und kleine Spenden ermöglicht, dass die Schülerinnen und Schüler weiterhin ihre Abenteuer im Wald erleben können. Seitdem sammelt die Pädagogische Werkstatt jedes Jahr Mittel um die Waldtage für die Kinder zu ermöglichen.  

Video Crowdfunding Kampagne 2015

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