Portfolio und Logbuch

Alle Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli vom 1. bis zum 10. Jahrgang lernen mit Portfolios und Logbüchern, mit denen sie die eigenen Lernprozesse verstehen und reflektieren. Ihre Eltern verständigen sich in ausführlichen, mindestens zweimal im Jahr stattfindenden Entwicklungsgesprächen mit Lehrenden und Erziehenden darüber, wie sie ihre Kinder unterstützen können. Entwickelt wurden Logbuch und Portfolio gemeinsam mit Pädagoginnen und Pädagogen der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli während Wochenendklausuren.

Lernentwicklungsportfolio „Meine Lernreise“

Kinder, die neu in der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli ankommen, dokumentieren und reflektieren ihre Lernentwicklung mit dem Portfolio, das sie über ihre gesamte Grundschulzeit begleiten wird. Für Eltern wird die Entwicklung ihrer Kinder durch das Portfolio nachvollziehbarer.

„Wir suchten“, schrieben Lehrerinnen und Lehrer im März 2015, „nach einer Form, die es Kindern ermöglicht, ihren Schulalltag zu reflektieren und sich ein individuelles Ziel zu setzen.

Angestoßen durch den Wunsch einer Lehrerin, entstand die Idee des Lernentwicklungsportfolios „Meine Lernreise“ im Mai 2011 bei einer Wochenendklausur der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli. Das Ziel der Pädagoginnen und Pädagogen war es, das Lernen von Kindern kindgerecht zu dokumentieren und dabei den Blick auf ihre Kompetenzen und Stärken zu richten. Noch bei der Wochenendklausur entstanden erste Vorstellungen über Rubriken und Inhalte des Portfolios und auch die Vision von der durchgängigen Dokumentation der Lernentwicklung aller Kinder von der Kita bis in die Sekundarstufen der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli - durch das Portfolio. Mit dem Dokumentationsformat sollte sich auch der Unterricht verändern: Kinder werden auf ihren Lernwegen begleitet, individualisiert und kompetenzorientiert.

Drei Wochen später lud die Pädagogische Werkstatt zwölf Pädagoginnen und Pädagogen ein, die Planungen zu konkretisieren. Rubriken entstanden: Das bin ich!, Das sind wir!, Weltensurfen – Projekte, Sprachenschiff, Matherakete, Musikzug, Farbentauchen, Sportexpress, Zeitmaschine, Erdumsegeln, NaWi-Safari und Spurensuchen - Lernwerkstatt. Zudem entstand auch die Vorstellung darüber, wie die Rubriken und der Ordner visualisiert werden könnten. Im Juni 2011 wurde dann über die professionell erstellten Illustrationen abgestimmt und der Ordner im August 2011 in den Druck gegeben. In weiteren, über drei Jahre von der Pädagogischen Werkstatt begleiteten Schritten, entwickelten Lehrerinnen, Lehrer und Erzieherinnen, Erzieher Kompetenzraster, Lernreisepläne und Unterrichtsetappen, die bis heute eingesetzt und bei Bedarf ergänzt werden.

Im Sommer 2013 entstand eine Handreichung für das Portfolio „Meine Lernreise“, entwickelt durch eine Gruppe von Pädagoginnen und Pädagogen aus der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli. Gedacht als Orientierung für Kolleginnen, Kollegen beschreibt der „Reiseführer“ welche Inhalte in das Portfolio gehören, wie und wobei damit gearbeitet werden kann. Außerdem wird aufgezeigt, welche Rubriken der Ordner enthält und welche begleitenden Materialien im Unterricht eingesetzt werden können. Rückkmeldeformate für die Kinder durch die Pädagoginnen und Pädagogen wie auch die halbjährlich stattfindenden Lernentwicklungsgespräche sind ebenso in der Handreichung verankert.

Kinder halten in ihrem Portfolio seit September 2011 ihre Lernerfolge fest. Wie das Portfolio aufgebaut ist und wie Kinder der 1. bis 6. Klassen in altersgemischten Lerngruppen damit lernen, dokumentiert der Blog reuterkids.

Logbuch

Das Logbuch der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli entstand 2013 nach dreijähriger Experimentier- und Entwicklungszeit. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 organisieren mit dem Logbuch ihr Schuljahr, übernehmen für ihr Lernen selbst Verantwortung und setzen sich eigene Lern- und Verhaltensziele, reflektieren ihr Handeln und ihre Schulwoche. Alle Schülerinnen und Schüler erfahren einen wertschätzenden und stärkenorientierten Umgang der Pädagoginnen, Pädagogen. Zusammen mit ihren Eltern und mit ihren Lehrerinnen, Lehrern führen sie einmal im Schulhalbjahr ein persönliches und ausführliches Lernentwicklungsgespräch, bei dem ihre Kompetenzen im Mittelpunkt stehen wie auch persönliche Lern- und Entwicklungsziele. Die Grundlage für diese Gespräche ist das Logbuch.

Hier schreibst Du auf, was Du gelernt hast und worin Du schon gut bist, schreibst Du Ziele auf, die Dich voranbringen, planst Du, welche Termine in der Woche auf Dich zukommen, schreibst Du auf, wie Du Deinen Lernerfolg und Dein Verhalten einschätzt, schreibst Du auf, woran Du noch weiterarbeiten musst, bekommst Du von Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern Rückmeldungen über Deinen Lernerfolg und Dein Verhalten, kannst Du jederzeit Deine Ziele für die SEL-Gespräche zwischen Dir, Deinen Eltern, Lehrerinnen und Lehrern nachlesen, kannst Du auch aufschreiben, was Du in Deiner Freizeit machst.

Neben dem Portfolio „Meine Lernreise“ war auch das Logbuch ein Schwerpunkt der Wochenendklausur der Grundstufe der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli im Mai 2011. Schon 2010 erprobte eine Lerngruppe der Gemeinschaftsschule Wochenblätter, durch die die Kinder ihren Schulalltag selbstständig reflektieren und sich individuelle Ziele setzen konnten. Aus einer losen Blättersammlung, die von Lehrkräften kopiert wurde, entstand in Begleitung der Pädagogischen Werkstatt bis 2013 ein gebundenes Logbuch, das nun auch einen Jahreskalender und Ferienzeiten, Stundenpläne und wichtige Informationen enthielt. Nach einer nächsten Wochenendklausur wurde das Logbuch 2014 ein weiteres Mal überarbeitet und ergänzt: Kommunikationsfelder für den Austausch zwischen Eltern und Pädagoginnen, Pädagogen, Bereiche für die Selbsteinschätzung der Kinder und Formulare für Lernentwicklungsgespräche wurden in das Buch aufgenommen.2015 entstand auf der folgenden Wochenendklausur der Wunsch, das Logbuch in den siebten und achten Klassen der Sekundarstufe in einer Testphase einzuführen. Nach erfolgreicher Erprobung wurde das Layout durch die Pädagogische Werkstatt altersgerecht angepasst und es wurden weitere Änderungen aufgenommen.

Mit der Implementierung des Logbuchs in der Sekundarstufe verband sich auch der Wunsch nach individuellen Lern- und Arbeitsprozessen der Schülerinnen, Schülern und dem stärkeren Zusammenwachsen der Grund- und Sekundarstufe. Das Logbuch wird von den Jugendlichen mit in die höheren Klassenstufen getragen. Dadurch begleitet das Logbuch aktuell die ersten bis zehnten Jahrgänge in der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli.